Infizierung
HIV kann mittels Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret, Liquor cerebrospinalis und Muttermilch übertragen werden und bei frischen Wunden in den Schleimhäuten eintreten. Häufigste Infektionswege sind der Vaginal- oder Analverkehr ohne Verwendung von Kondomen sowie auch der aufnehmende Oralverkehr. Auch die Benutzung kontaminierter Spritzen bei intravenösem Drogenkonsum stellt einen häufigen Infektionsweg dar. Als besondere Risikogruppe gelten homosexuelle Männer, da Analverkehr mit häufig wachsenden Partnern das Ansteckungsrisiko potenziert. Das Ansteckungsrisiko beim Geschlechtsakt hängt von der Viruslast in der Samenflüssigkeit und im Blut ab, diese ist besonders hoch kurz nach der Infektion und in den späteren Stadien der Krankheit.
Bluttransfusionen
Eine weitere Möglichkeit der Ansteckung mit dem HIV-Virus stellen Bluttransfusionen da. Doch mindert die seit 1985 eingeführte Routineüberwachung dieses Risiko jedoch stark. Erhält man jedoch eine verseuchte Bluttransfusion, liegt das Ansteckungsrisiko bei 95 Prozent. Das Ansteckungsrisiko eines Kindes Durch seine Mutter über die Nabelschnur oder bei der Geburt wird auf 10 bis 30 Prozent geschätzt. Durch die Verabreichung antiretroviraler Medikamente und einer Geburt mittels Kaiserschnitt kann dieses Risiko auf ca. zwei Prozent minimiert werden. Auch Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern haben ein gewisses Risiko der Ansteckung bei Nadelstichverletzungen im OP oder nach Punktionen an infizierten Patienten.
Keine Übertragung mittels Schweiß
Eine HIV-Ansteckung über Schweiß, Tränen oder Speichel ist nach heutigem Erkenntnisstand sehr unwahrscheinlich, reicht die HIV-Konzentration in diesen Körperflüssigkeiten hierfür nicht aus. Auch eine Infektion über Insekten und Tröpfcheninfektion konnte nicht nachgewiesen werden.
Geschlechtsverkehr
Das Ansteckungsrisiko durch Geschlechtsverkehr ist sehr variabel. Die Infektion mit HIV nach einmaligem Geschlechtsakt ist durchaus möglich und das Vorliegen einer anderen Geschlechtserkrankung erhöht das Ansteckungsrisiko um das 5- bis 10-fache und eine hohe Virenlast des Infizierten auf das 10- bis 30-fache. Auch Geschlechtsverkehr während der Regelblutung der Frau ist mit einem erhöhten Infektionsrisiko für beide verbunden.
Liegt ein Ansteckungsverdacht vor, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden und im Idealfall sollte mit der Postexpositionsprophylaxe bereits zwei Stunden nach der Risikosituation begonnen werden. Die Medikation entspricht im Wesentlichen der antiretroviralen Tritherapie eines HIV-positiven Patienten.